Ausschnitte aus dem Vorwort:
Der „Frankfurter Reisebericht“, im Original aus lediglich 37 Buchseiten bestehend, nimmt in der türkischen Literatur einen besonderen Platz ein: Ohne Übertreibung kann man behaupten, dass dieses Reisetagebuch in der Türkei das bekannteste literarische Werk über Deutschland bzw. Frankfurt am Main ist. Trotzdem sind fünfundsiebzig Jahre bis zur Publizierung in deutscher Sprache vergangen.
Der exakte Entstehungstag der Tagebucheintragungen ist in keiner Buchpublikation vermerkt; so sind die Daten der Veröffentlichung in der Tageszeitung "Milliyet" heute die einzige Quelle für Rückschlüsse auf die Aufenthaltsdauer des Dichters in Frankfurt. Aber aus der Publikationsan-
kündigung in Milliyet wissen wir, dass sowohl der Abdruck in der Zeitung in Fortsetzungen als auch das Buch unter der Mitarbeit von Haşim Ende Dezember 1932, also nach seiner Rückkehr in die Türkei, begonnen hat.
Haşim war demnach etwa zwei Monate in Frankfurt am Main und ließ dort seinen hohen Blutdruck, sein Nierenleiden und wahrscheinlich auch seine Herzinsuffizienz behandeln. Seine Eindrücke von einem Deutschland, das sich damals fast schon in den Kriegsanfängen befand, sind mehr als die Reisetagebucheintragungen eines todkranken Dichters. Sie sind ein kleiner analytischer, gleichsam ein prophetischer Zukunftsausblick, eine Hommage an die guten Eigenschaften des von ihm bewunderten europäischen Landes, im gleichen Atemzug ist jedoch eine dunkle, beängstigende Vorahnung darin enthalten.
Ahmet Haşim:
Frankfurter Reisebericht
Übersetzung aus dem Türkischen,
Nachwort und Dichterporträt:
Beatrix Caner
100 Seiten mit s/w Bilder
gebundene Ausgabe
September 2008
ISBN 393553518X
16,50 EUR

Pressestimmen zum “Frankfurter Reisebericht”
FAZ: “Glänzend, aber innen faul”
FR: “Rituale der blauen Unendlichkeit”
Die Welt: “Man kann das Böse erkennen, wenn es kommt”
Dradio: “Am Vorabend der Nazizeit” ANHÖREN ALS Hörbeitrag

