

SADIK YALSIZUCANLAR wurde am 1.12.1962 als zweites von sieben Kindern in Malatya geboren.
Sein Vater hatte in dieser ostanatolischen Stadt ein Kino, das den Jungen inspirierte, und in dem er in die Welt der türkischen und ausländischen Filme abtau-
chen konnte.
Nach dem Schulbesuch der Mittelstufe in Malatya folgte das Gymnasium in der Stadt Hatay im Südosten Ana-
toliens. Danach studierte der angehende Autor Turko-
logie und Literatur an der Hacettepe Universität in An-
kara. Ab 1983 arbeitete er kurze Zeit in einem Verlag in Istanbul als Lektor, 1985 wurde er Gymnsiallehrer für Literatur.
1987 gewann er die Aufnahmeprüfung des TRT (Türki-
sches Radio und Fernsehen) und wurde Filmemacher, Regieassistent später Regisseur, zuständig für kultur-
wissentschaftliche Programme. Er hat sich als Literat und als Dokumentarfilmer einen Namen gemacht.
Sein größtes Interesse gilt jedoch dem Derwischtum und er fühlt sich den humanistischen Werten des Sufis-
mus verpflichtet. Diesen hohen Idealen zu entsprechen und sie zu leben, ist sein sehnlichster Wunsch.
Seine erste Erzählung mit dem Titel "Ana" (Die Mutter) erschien im Feuillton der Zeitung Yeni Asya. Die ersten Jahre der 80er, als wegen des Militärputsches viele Autoren inhaftiert waren oder sich eine Selbstszensur auferlegt hatten, verbrachte er mit lesen und schreiben. 1986 wurde sein erstes Erzählband unter dem Titel "Sehirleri Süsleyen Yolcu" (Der Reisende, der die Städte schmückt") veröffentlicht. Schon im gleichen Jahr wurde er von dem Verband der Türkischen Schriftsteller (Türkiye Yazarlar Birligi) zum Erzähler des Jahres gekürt. In literarischen Kreisen wurde man nun aufmerksam auf ihn, denn seine Bücher waren eine beeindruckende Sammlung allegorischer und abstrakter Erzählungen. Obwohl er sich eigentlich als Geschichtenerzähler empfindet, ist er auch ein ausgezeichneter Autor von Romanen, Märchen, Sachbüchern und Essays.
Nicht nur seine ungewöhnlichen Themen, auch seine eigenwillige Sprache zieht die Leser an. Als sein Hauptwerk gilt der Roman Der Wanderer, der das Leben des großen anadalusischen Mystikers Muhyiddin Ibn Arabi thematisiert. Mit diesem Roman hat er sich jenseits der schematischen Kategorien “rational”€, “modern”€ oder “postmodern”€ gestellt und eine neuartige, dem Thema gerechte Romansprache entwickelt, die er selbst als experimentell einstuft.
Lesen Sie bitte auch sein Essay:
Bilge Karasu ve cokkatli dil
in türkischer Sprache.