
Çetin Öner:
Der letzte Tscherkesse
Deutsche Erstausgabe
Roman, 138 Seiten, broschiert
Übersetzung: Cornelius Bischoff
14,80 EUR
ISBN 3-935535-08-2
Pferde bilden den Mittelpunkt im Leben der Tscherkessen. Auch der 12-jährige Junge Nefo, der diese authentische Geschichte erzählt, hängt an Pferden. So sehr sogar, dass er glaubt, selbst ein Fohlen zu sein. An den Winterabenden erzählt ihm die Großmutter von dem abenteuerlichen Leben im Kaukasus, wo sie früher alle gelebt hatten und woher sie die Russen vertrieben haben. In der neuen Heimat, in den Tausend Bullen Bergen im Taurus Gebirge, im Süden der Türkei, leben sie nun - voller Sehnsucht nach der verlorenen Heimat - ein ganz anderes Leben. Die enge Verbundenheit mit der Natur gibt ihnen Halt, ihren Märchen und Sagen hören sogar die Erwachsenen gespannt zu, wenn der Hirte Biliz im Frühjahr ins Dorf kommt und das sonnige Wetter mitbringt.
Der Ator, der als Filmemacher Berühmtheit erlangt hatte, schreibt so bildhaft und unmittelbar, dass man glaubt, selbst mitten unter diesen herzlichen Menschen zu sein, den intensiven Duft von Blumen, Tieren, Menschen, Gebäck und Tee zu spüren. Dabei erfährt man wie nebenbei von einem Volk, das seit Jahrhunderten von Vertreibung und Unterdrückung betroffen ist. Wie die meisten indianischen Kulturen, geht auch die in Jahrhunderten entstandene, interassante Lebenskultur dieses Volkes unter. Wir erhaschen hier einen spannenden Einblick in eine naturverbundene Lebensweise.
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