Türkische Literatur im Literaturca Verlag: Der türksiche Autor Demir Özlü

Türkische Literatur im Literaturca Verlag: Demir Özlü

Ein Dichter des Lebens
Demir Özlü, der mit Deutschland vor allem literarisch aufs Engste verbunden ist und bereits mehrmals als schreibender und lesender Gast auf der Reise war, ist ein Dichter der Großtadt, allen voran Istanbuls.
Seine melancholischen, doch keineswegs pessimisti-
schen Texte sind Ergebnisse seiner existentialisti-
schen Weltanschauung, mitunter surrealistisch an-
gehaucht, und führen von der Oberfläche banalster Momente in denkerische und sensitive Tiefen, ver-
leihen winzigen Alltagsszenen unerwartete Würde und neue Dimensionen, lenken die Aufmerksamkeit auf die Menschen im Schatten des sorglos wirkenden Groß-
stadttreibens. Er trifft damit nicht nur die für unsere Zeit so typische Atmosphäre der Welt, sondern zeichnet auch Figuren, die wir in jeder Stadt antreffen könnten.


Demir Özlü schreibt offen und bildhaft

Alle seine Werke sind von mitreissender Unmittelbarkeit geprägt.

Im Mittelpunkt seiner philosophischen Botschaft steht die Liebe, die einziger Sinn des Lebens ist - mit allen ihren Bestandteilen.

Demir Özlü im Literaturca Verlag

Demir Özlüs Liebe gilt aber vor allem Istanbul, der Stadt, die seit zwei Jahr-
tausenden eine ganz besondere Geschichte hervorgebracht hat, eine Lebens-
kultur, die es so nicht ein zweites Mal auf der Welt gibt. Diese Stadt ist mehr als nur Kulisse dieser gefühlvollen, manchmal auch erotischen Erzählungen, sie ist ihr Lebenselixier.

Liebe und Leid

Welche Einstellung zum Leben muss man haben, um Zeuge schmerzlichster Tragik zu sein und dennoch am Leben zu glauben, die Liebe unermüdlich zu suchen, nicht aufzugeben. Verarbeitet der Literat Demir Özlü, was dem Rechtsanwalt Demir Özlü politisch widerfuhr? Ist Literatur manchmal doch Alternative zur Wirklichkeit?
Demir Özlü ist kein weltfremder Prophet, im Gegenteil, seine Werke sind aus dem prallen Leben geschöpft, eher Orientierungshilfen, als Flucht - also bester Lesestoff.

1935 in Istanbul geboren, hatte Demir Özlü zunächst den Beruf eines Rechtsanwalts ergriffen, gehörte in den “wilden Jahren” der Türkei zu den politisch Aktiven, war Verteidiger prominenter, zum Tode verurteilter Widerstandskämpfer und selbst mit auf den Fahndunsglisten der Polizei. So hatte er sich ins Exil begeben und in Stockholm niedergelassen, wo auch seine schwedische Frau und seine zwei Söhne heute noch leben. Doch mittlerweile ist er immer öfter in seiner geliebten Stadt Istanbul, schreibt in der Atmosphäre, die ihn am meisten inspiriert - wenn auch die Stadt sich sehr verändert hat und die historische Altstadt, die ihm seinerzeit Heimat bot, immer mehr dem Vergehen ausgeliefert ist.
Demir Özlüs literarische Entwicklung stand und steht im Zeichen des französischen Existentialismus. Zusammen mit dem in Deutschland durch die Romanverfilmung Eine Saison in Hakkari bekannten türkische Literaten Ferit Edgü und dem jung verstorbenen Autor Güner Sümer gründete er nach der Rückkehr aus Paris die legendäre Zeitschrift MAVI (Blau) und rief die gleichnamige literarische Bewegung ins Leben. Trotz der Kurzlebigkeit hat diese Zeitschrift eine bis heute nicht vergessene Resonanz gefunden, brachte ein erotisch geladenes Lebensgefühl ins Schrifttum der Großstadt.

Tuerkische Literatur in deutscher Sprache im Literaturca Verlag - Meisterwerke der Moderne
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