NEUERSCHEINUNG HERBST 2002
Der Garten entschwundener Katzen

akatzen 4

Exotische, geheimnisvolle Erzählungen
Man könnte diese exotische Erzählung -  der Autor nannte sie “Märchen” - als einen sehr interessanten Exkurs in die Welt der Phantasie, als einen Experiment mit geheimnisvollen Inhalten verbuchen. Die klassische Literatur des Abendlandes, ebenso die gesamte, fesselnde Mythologie Asiens bis hin nach Japan, stand bei der Entstehung dieses Buches Pate. So kann man die Geschichten des Katzenliebhabers Karasu als eine  fabulierende Lektüre über die Tücken des Lebens, über Begegnungen mit Menschen, Tieren, Ereignissen und Überraschungen sehen und einfach die Klugheit des Autors genießen. Man kann sie aber auch als eine Allegorie lesen, als eine Kette verdeckter Botschaften... über die “Migration”, oder deutlicher noch, über das Verlassen der Heimat, das nicht immer freiwillig geschieht.
Karasu - zweifellos der beste türkische Literat der türkischen Moderne - versteht es, den Lesern allerhöchste Lesequalität zu bieten.
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13 Einzelgeschichten bilden eine ungewohnte Gesamterzählung: 12 sind in eine Rahmenerzählung eingebettet und durch innere Strukturen und Motive miteinander  verbunden, die an den unerwartetsten Stellen auftauchen. Die Rahmenerzählung bildet um sie eine Art Sinnesrahmen: sie wirkt wie ein Spiel, das an mittelalterliche Rätsel erinnert, oder aber sie lässt bekannte Märchen und Mythen assoziieren. Gemeinsam ist den einzelnen Texten, dass die Liebe in ihren merkwürdigsten Erscheinungsformen in ihrem Mittelpunkt steht, die Liebe, die jenseits romantischer Vorstellungen stets dem Tod so nahe ist.
(Textproben)